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100 Jahre busch+müller

Aus kleinsten Anfängen zum Weltmarktführer

Die Anfänge waren äußerst schwierig, damals vor genau 100 Jahren

Deutschland steht noch unter den Nachwirkungen des Ersten Weltkriegs. Hyperinflation, politische Unruhen und wirtschaftliche Not prägen den Alltag. In einer kleinen Metallwarenfabrik an der unteren Volmestraße in Meinerzhagen läuft das Geschäft schlecht. Als dann auch noch Geld aus der Kasse verschwindet, ist das Aus besiegelt – die Firma Eichholz geht Konkurs. Doch zwei der Mitarbeiter geben nicht auf: der 26-jährige Schlosser August Busch und der 16-jährige Lehrling Willy Müller.
Am 1. September 1925 gründen sie ihre eigene Firma: Busch & Müller – kurz bumm. Ihr Ziel: aus der Not eine Chance machen. „Mein Vater hat oft von dieser Zeit erzählt“, erinnert sich Dr. Rainer Müller. Der 82-Jährige ist seit 1967 im Betrieb aktiv und nach dem Tod des Vaters im Jahr 1995 jetzt selbst der Seniorchef im Unternehmen. Er leitet es seit 1998 gemeinsam mit seinem Sohn Guido (53), der als Hauptverantwortlicher zugleich die dritte Generation repräsentiert. Der Familienzweig Busch war bereits 1980 vollständig ausgeschieden. Die ersten Jahre sind hart. Geld ist knapp, Material teuer. Unterstützung kommt aus Holzwipper – von Müllers Vater, der als Hammerschmied und Landwirt ein kleines Auskommen hat. Er greift den jungen Gründern immer wieder finanziell unter die Arme.

Der Durchbruch: Katzenaugen aus Meinerzhagen

1929 schreibt ein preußisches Gesetz Rückstrahler für Fahrräder vor. Die „Katzenaugen“ von busch+müller fallen auch darunter. Um das Prüfzeichen zu erhalten, reist Willy Müller mit dem Zug nach Berlin – ein entscheidender Schritt. Kurz darauf beginnt die Massenproduktion und busch+müller wird zum Vorreiter einer fortschreitenden technischen Entwicklung rund um die Beleuchtung von Zweirädern. Ab 1935 werden aus den Rückstrahlern Rücklichter mit Glühlampe, betrieben durch einen Dynamo mit drei Watt Leistung – was bis heute Standard ist. Jahrzehntelang sollten die Rückstrahler und Rücklichter in den vielfältigsten Variationen die Hauptprodukte von busch+müller werden.

Das Sortiment ist in den 30er- und 40er-Jahren breit: Wäschestampfer für die Waschküche, Schutzhelme für Motorradfahrer, Butterdosen und Essgeschirr aus dem neuen Werkstoff Bakelit, Lenkergriffe, Luftpumpenhalter. Sogar ein kurioses Multifunktionsgerät – Heißluftdusche, Staubsauger und Waschapparat in einem – entsteht in der Werkstatt.

„Schade, dass wir davon in unserem Archiv kein Produkt mehr haben. Nur ein Dokument über einen Gebrauchsmusterschutz liegt uns noch vor. Leider war es keine Patentanmeldung.
Vielleicht wäre das heute noch ein lohnendes Geschäft“, erzählt schmunzelnd Rainer Müller.

1950er bis 1970er: Spiegel, Wachstum und neue Technik

Nachdem das Glas der Rückstrahler und Rücklichter in den 60er Jahren durch Kunststoff ersetzt werden konnte, erweitern die neuen Kunststofftechnologien die Möglichkeiten in der gesamten Produktionspalette, insbesondere für Rückstrahler und Rücklichter, die weiterhin zum Markenkern von busch+müller gehören. 1957 startet die Produktion von Rückspiegeln. Und damit werden Spiegel der zweite große Stützpfeiler im Produktsortiment des Unternehmens. Aufgrund der Geschäftsbeziehung zu Opel mit Rückstrahlern wird busch+müller ab 1962 Lieferant für alle Spiegel der Modelle Opel Kadett und Opel Rekord.

Es werden teilweise bis zu 30.000 Spiegel pro Monat an Opel geliefert. Das geht bis in die 70er Jahre so. Ab 1969 und auch heute noch liefert busch+müller Spiegel für nahezu alle BMW-Motorräder in Serie. Gleichzeitig wächst das Unternehmen: Eine Verlagerung aufgrund der neuen Umgehungsstraße in Meinerzhagen wird erforderlich. Der Standort „Auf dem Bamberg“ entsteht in den 60er Jahren.

1980er bis 1990er: Innovationen setzen Standards

In den 1980ern ergänzen Speichenstrahler, Front- und Gepäckträgerrückstrahler das Produktsortiment von busch+müller. Wenig später folgt eine technische Weltneuheit: das weltweit erste Fahrrad-Rücklicht mit kondensatorgespeister Standlichtfunktion. Es ist gleichzeitig Vorbild für alle künftigen Wettbewerbsprodukte. Die Elektronik hält Einzug in die Produkte von busch+müller.

Im selben Jahr erfolgt die Aufnahme der Produktion von Dynamo-Scheinwerfern. busch+müller entwickelt den „Lumotec“ – den ersten Halogenscheinwerfer mit umlaufender Reflektorfläche. 1997 erhält das Unternehmen die DIN-ISO-9001-Zertifizierung für ihr Qualitäts- Managementsystem und bleibt aufgrund dieser Qualifikation fester Partner vieler Motorrad- und Fahrradhersteller.

2000er bis heute: Vom Licht zur Hightech-Lösung

Mit der LED-Technologie beginnt eine neue Ära: 2005 bringt busch+müller den ersten für den Dynamobetrieb zugelassenen LED-Fahrradscheinwerfer auf den Markt. 2007 folgt der IQ-TEC-Scheinwerfer – eine „Lichtrevolution“, wie er in der Fachwelt genannt wird. Er erhöht die Helligkeit der Scheinwerfer von 15 Lux auf 40 Lux auf mehr als Doppelte. Damit gibt busch+müller die Initialzündung für einen bis heute andauernden Wettbewerb für immer bessere Straßenausleuchtung und damit für mehr Sicherheit für den Radfahrer. Spätere Highlights: Spiegel mit Blinker für BMW-Motorräder, Blinker und Rücklichter sowie Scheinwerfer für BMW-Motorräder, Fahrradrücklichter mit Bremslichtfunktion, der Kurvenlicht-Assistent LEVAL, Fahrradblinker TURNTEC und 2024 der digitale App-gesteuerte Kurvenlichtscheinwerfer Briq-XL.

100 Jahre busch+müller – der Dank gilt den Mitarbeitenden

Seit 1925 haben 1.560 Menschen bei busch+müller gearbeitet. Für die Familie Müller ist klar: Der Erfolg ist das Werk dieses Teams. „Das, was wir in den 100 Jahren erreicht haben, verdanken wir vor allem den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, die bisher bei uns beschäftigt waren oder jetzt bei uns beschäftigt sind”, so die beiden Geschäftsführer abschließend. „Ohne diese vielen tollen Menschen wäre all das nicht möglich gewesen.”

Meilensteine der Historie

1925

Katzenauge

1932

Metallrücklicht mit Glasprismen und Glühlampe

1938

Waschmaschine

1938

Butterdose aus Bakelit

1955

Sturzhelm

1956

Rückstrahler für Opel in Serie

1962 - 1980

Opel-PKW-Spiegel

für Kadett und Rekord (Metall + Kunststoff)

1964 bis heute

Schwenkspiegel

1969

Warndreiecke

1969

BMW-Motorradspiegel

1978

Rücklicht mit Spiegeloptik

1982

Speichen-Rückstrahler 310

1989

Toplight

Erstes Rücklicht am Gepäckträger mit Zulassung

1992

Lumotec

Erster Fahrradscheinwerfer

1992

Secutec

Weltweit erstes Fahrradrücklicht mit Standlichtfunktion

2002

Dymotec Dynamo

2004

LED-Scheinwerfer

mit Freiformflächen-Optik

2005

Batterie-Rücklicht IX-RED

2016

E-bike Spiegel

Fünfeckige, große Spiegelform für optimale Sicht nach hinten

2018

Akkuscheinwerfer IXON Space

2020

Motorrad-Rücklicht

mit Bremslicht und Blinker für BMW

2021

Fahrrad-Rücklicht mit BREX

der automatischen Bremslicht- und Notbremslichtfunktion

2024

Blinker TURNTEC T4

für E-Bikes

2025

BMW Motorradspiegel

aus Kunststoff mit Blinker

2025

Briq-XL

E-Bike-Scheinwerfer mit digitalem Kurvenlicht per App steuerbar

100 Jahre Innovation – made in Germany

Einblicke Jubiläumsveranstaltung

Ein paar Einblicke in die Feierlichkeiten anlässlich unseres 100-jährigen Bestehens findest du hier: 100 Jahre Sicherheit und Komfort